Kath. Pfarrkirche St. Lubentius
Ähnlich dominant wie der Limburger Dom und von diesem beeinflusst, steht die doppeltürmige, dreischiffige Emporenbasilika auf einem Kalkfelsen über der Lahn. Die Kirche des 841 erstmals erwähnten Kollegiatsstiftes St. Lubentius und Juliane war die Mutterkirche aller Gotteshäuser an der mittleren Lahn und Sitz des Archidiakons. Der erste nachweisbare Bau des 8. Jhds. wurde schrittweise zu einer Basilika mit zunächst einem und schließlich zwei Westtürmen umgebaut, deren ungleich hohen Turmstuben ein hölzerner Laufgang verbindet. Im Inneren des dreigeschossigen Langhauses stützen mächtige Rechteckpfeiler die Arkaden, den Emporenbögen sind schlanke Basaltsäulen eingestellt. Nach Befund wurde die romanische Quaderbemalung wiederhergestellt, das Querhaus zeigt Ornamentreste des 13. Jhds. Die im 9. Jh. von Kobern überführten Reliquien des Kirchenpatrons ruhen unter seinem Kopfreliquiar, einer mittelrheinischen Goldschmiedearbeit des 13. Jhds., im originalen Steinsarkophag in der nördlichen Turmkapelle, deren moderne Glasfenster Johannes Schreiter entwarf. Auf dem rings um die Kirche verbliebenen Friedhof hat sich im Norden die romanische Michelskapelle erhalten.